lesen
Fassbinders LOLA
nur ganz anders

Lola

Baer und Pape verwandeln sich mit Engagement und Leidenschaft in die Figuren von Fassbinders großem Leinwanderfolg LOLA und werfen dabei einen humorvollen Seitenblick hinter die Kulissen sowie auf Fassbinder und seine Stars.
Harry Baer hat den Dreh von LOLA hautnah miterlebt. Als Schauspieler und künstlerischer Mitarbeiter war er ein entscheidender Wegbegleiter Fassbinders.
Axel Pape trifft bei der szenischen Lesung von LOLA auf Helden seiner Jugend: er war noch Schüler, als die ersten Fassbinder-Filme im Fernsehen sah – u.a. mit Harry Baer. 2014 entstand die Idee zu einer gemeinsamen Lesung.

LOLA spielt in einer deutschen Kleinstadt, die symbolisch für die junge Bundesrepublik steht. Beliebter Treffpunkt der lokalen Honoratioren,

vom Bürgermeister bis zum Bankdirektor, ist ein Bordell. Hier dreht sich, neben geschäftlicher Kontaktpflege, alles um die Edelhure Lola. Der örtliche Bauunternehmer betrachtet sie stolz als seinen Privatbesitz, sein Gegenspieler, der neue und mit den besten Vorsätzen angetretene Baudezernent, verliebt sich in sie.
So entsteht eine Story um Geld, Grundstücke, käufliche und echte Liebe.

Die Autoren Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich erschaffen eine moderne und eigenständige Variante vom BLAUEN ENGEL, angesiedelt in der Aufbruchszeit der Adenauer-Ära. Ihnen gelingt ein treffendes Porträt der jüngeren deutschen Geschichte sowie ein zeitlos relevanter Stoff: denn es geht im wahrsten Sinne um den Grund und Boden unserer Gesellschaft – und die damit verbundenen Affären.

...Außerdem zeichnet sich Lola durch etwas aus, was in keinem anderen Film Fassbinders zu finden ist – Humor.

Horst Claus in Reclams Lexikon des deutschen Films.

Termine

11.Juni, 20:00 Uhr, BAR JEDER VERNUNFT, Berlin

Fotos

Lola PR-Foto 1 by Florian Lein
Download

Lola PR-Foto 2 by Florian Lein
Download

Lola PR-Foto 3 by Florian Lein
Download

Lola Plakat, Foto by Florian Lein - Design by typ-o-grafikks
Download

Pressestimmen

Eine Idee, zwei Männer und Fassbinders "Lola"

Baer & Pape werfen auch einen Blick hinter die Filmkulissen

…Der eine, Harry Baer, 67, ist ein alter Weggefährte Fassbinders, der in fast allen Filmen des 1982 früh verstorbenen Regisseurs mitgewirkt hat. Der andere, Axel Pape, 58, war noch ein Jugendlicher, als er die Filme im Fernsehen entdeckt. Nun machen sie generationenübergreifend gemeinsame Sache.

Und das funktioniert bei der Premiere in der Bar jeder Vernunft erstaunlich gut. ... Und man hört den beiden in verteilten Rollen gerne zu, Baer mit seinem bärig-bayerischen Singsang und Papes herrlich schmierige Version des Baulöwen Schuckert.
Pape spricht in der Dreiecksgeschichte auch dessen Gegenspieler, den Baudezernenten von Bohm, Baer die Edelhure Lola und die meisten anderen Frauenrollen, die Regieanweisungen teilen sie sich brüderlich. "Lola" ist Fassbinders lustigster Film ... und Baer/Pape betonen das Komische noch.

Zwischen den Szenen plaudert Baer, der bei den Dreharbeiten als künstlerischer Mitarbeiter selbst dabei war, über den Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl, der, frisch aus der DDR ausgewandert, hier seine erste Westrolle spielte... Dass er in einer Szene den Tee nicht mit einem Löffel, sondern mit seiner Zigarette umrührte. Eine kleine Geste, die deutlich macht, wie gedankenverloren seine Figur in diesem Moment ist.

Gegen Ende hat Baer dann mit der Rollenverteilung scheinbar Frieden geschlossen und geht vor ans Stehmikro, schmeißt die Arme in die Luft und beginnt, als Lola, zu singen: "Wenn bei Capri die rote Sonne …" Und der Spiegelsaal tobt.

Thomas Abeltshauser, Berliner Morgenpost

Lola und die Philosophie der Gier

Eine fulminante szenische Lesung mit Harry Baer und Axel Pape in der Bar jeder Vernunft

…Ein brisantes Stück also... vor allem aber geht es um den dargebotenen Abend mit zwei ganz hervorragenden Schauspielern, die es nicht nur mit Bravour verstanden, einem den schändenden Figurenreigen um Lola plastisch vor Augen zu führen.
Beide Schauspieler präsentierten den Inhalt darüber hinaus als Gespann im Widerstreit, was in Eigenregie entstand und also nicht zum Drehbuch gehörte. Genau damit aber fügten sie neben der Ebene des Stoffs und der Ebene seiner Vergangenheit die dritte Ebene ein, nämlich der kritischen Gegenwart. ... Und in dieser Richtung ging es denn auch aufs Feinste weiter. Beide gruppierten unerbittlich die einzelnen Szenen in kleinere und größere aber stets greifbare Bilder. Weder kam ein Abservieren der Handlung auf, noch war es das bloße Nachbauen einer handfesten Geschichte. Vielmehr erlebte das Publikum eine einzigartige Wirkung, die auf überzeugende Weise allein von den beiden beteiligten Schauspielern ausging. …
Harry Baer brillierte zudem mit spannenden Anekdoten aus seiner Zeit als Akteur in Fassbinders Drehstab.

Auf die Frage nach dem Geheimnis guter Schauspielerei, sagte Müller-Stahl einmal, es wären die Pausen. Dieser Anforderung nun zeigte sich Axel Pape vollkommen gewachsen. Als kongenialer Part beeindruckte er zudem mit einem wohl eher selten gewordenen Facettenreichtum.

Zwar ist auch das Stück „Lola“ nach dem Leben geschrieben, keine Frage, da geht es um die ganz reale, keine Leichen scheuende Gier nach dem immer süßen Leben. Dagegen ist die Aufgabe der Sprache eines Stücks wie seiner Schauspieler der „Triumph über die Realität“. Und genau das ist Harry Baer und Axel Pape mit ihrer wunderbaren szenischen Lesung in der „Bar jeder Vernunft“ auf das Vortrefflichste gelungen.

Axel Reitel, Tabula Rasa – Zeitung für Gesellschaft und Kultur

Infos

Axel Pape by Björn Kommerell
Download

Harry Baer by Daniel Sonnentag
Download

Axel Pape begann seine Karriere am Theater, mit seiner Rolle als Kommissar in DIE WACHE wechselte er erfolgreich vor die Kamera. Es folgten Charakterrollen vom Bullen bis zum Bösewicht in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, u.a. im Kinofilm 14 TAGE LEBENSLÄNGLICH, im TATORT, im Stauffenberg-Drama DIE STUNDE DER OFFIZIERE, als Oberstaatsanwalt bei IM NAMEN DES GESETZES und in LETZTE SPUR BERLIN. Die Kinoproduktion WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK. lief als Eröffnungsfilm der Hofer Filmtage 2014, im offiziellen Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals Rom und ist dreifach für den Deutschen Filmpreis nominiert. Seit 2014 gastiert Axel Pape am Schauspiel Köln in HIOB unter der Regie von Rafael Sanchez.

Mit seinem Bruder Lars Pape realisierte er den Dokumentarfilm WARUM HALB VIER? (Berlinale, Kino, TV, DVD, VOD). Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Vita Axel Pape unter: www.axelpape.de

Harry Baer ist Schauspieler, Produzent und Autor. Seine Filmkarriere begann 1969 an der Seite von Rainer Werner Fassbinder, bei dessen Filmen er vor und hinter der Kamera mitwirkte und dem er bis zu dessen Tod eng verbunden blieb. Sein erster Film war KATZELMACHER von Rainer Werner Fassbinder, dieser änderte im Abspann den Namen von Harry Zöttl in Harry Baer. Worüber sich Harry sichtlich aufregte und daher von Fassbinder für dessen nächsten Film GÖTTER DER PEST die Hauptrolle angeboten bekam und diese auch annahm. Er spielte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen wie BERLIN ALEXANDERPLATZ, LOLA, DIE SEHNSUCHT DER VERONIKA VOSS, TATORT, POLIZEIRUF und arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Doris Dörrie, Mika Kaurismäki und Bernhard Sinkel.

Harry Baer ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und stellvertretender Chefredakteur des Internetportals regie.de

Vita Harry Baer unter: www.harrybaer.de

Bearbeitung für die Lesung

  • Axel Pape und Harry Baer

    nach LOLA – Ein Drehbuch für Rainer Werner Fassbinder von Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich, Belleville Verlag

Mit herzlichem Dank an

  • Pea Fröhlich, Autorin
  • Thomas Krüger, Bundeszentrale für politische Bildung
  • Florian Lein, Foto
  • Mario Wengler, typ-o-grafikks, Art Work
  • Daniel Müller, Webdesign
  • Christoph Dewenter, Bühne
  • Lars Pape
  • ReproBerlin, Druck
  • Volkswagen AG
  • Louisa Raspé und Gioia Raspé
  • Fabian Wolfart
  • Michael Farin, Belleville Verlag
  • Lutz Deisinger und Team, Bar jeder Vernunft Berlin
  • Petra Saenger, Wirtshaus Moorlake Berlin
  • Michael Messner und Familie

Kontakt / Buchen

Buchen Sie uns!

Mail
E-Mail-Adresse anzeigen
Verantwortlich im Sinn des Presserechts
Axel Pape
Postfach 12 06 14
10596 Berlin

Links